Das Upgrade der Oculus Rift in Form der Oculus Rift S ist jetzt seit einigen Tagen auf dem Markt. Lange habe ich selbst überlegt ob sich ein „Upgrade“ lohnen würde. Letztendlich habe ich mich dann entschlossen das „Upgrade“ zu wagen und die neue Oculus VR Brille zu testen.

Was mich hat zögern lassen?
Auf dem Papier macht die neue VR Brille von Oculus (Facebook) irgendwie 3 Schritte vorwärts, aber auch 1-2 wieder zurück. Das sind aber auch nur die rein technischen Daten. Das sagt noch nichts über das Gefühl und die Benutzererfahrung aus. Am Ende hieß es dann einfach „ran an den Speck“!

Technischer vergleich

Oculus Rift S Oculus Rift HTC Vive Pro
Display LCD OLED OLED
Auflösung
(pro Auge)
1.280 × 1.440 @ 80 Hz 1.080 × 1.200 @ 90 Hz 1.400 × 1.600 @ 90 Hz
PPI Unbekannt 456 615
Sichtfeld (FOV) min. 110°
(laut Oculus „etwas mehr“)
110° 110°
IPD 63.5mm (fest) 58mm – 72mm 60mm – 74mm
Tracking Inside-Out
(5 Kameras)
Externe Sensoren SteamVR Tracking 2.0
(2 Kameras)
Audio Integriert, 1x 3,5mm Integriert, 2x 3,5mm Integriert, 1x 3,5mm
Gewicht ~600g ~490g ~820g

 

Praxis Test / Fazit
In der Praxis sind die kleinen technischen Anpassungen dann doch deutlicher zu spüren als man zunächst vermuten könnte. Das Bild ist deutlich schärfer geworden und das Fliegengitter ist fast vollständig verschwunden. Der Wechsel von OLED zu LCD und die leichter Erhöhung der Auflösung hat sich an dieser Stelle ausgezahlt. Allerdings ist LCD dafür bekannt auch schlechtere Schwarzwerte zu haben. Ja das sieht man wenn man drauf achtet, aber es fällt kaum auf. Auf der anderen Seite wurde die Bildwiederholfrequenz leicht gesenkt von 90Hz auf 80Hz. Aber auch das merkt man nicht.

Beim Sichtfeld (FOV) ist mir persönlich nichts weiter aufgefallen. Ich denke das es keine genaue Angabe dafür bei der Rift S gibt, liegt daran das man jetzt den Abstand von Auge zu Linse verstellen kann und sich dadurch das FOV leicht ändert. Gehofft hatte ich das dadurch unter der VR Brille mehr platz ist und man auch eine richtige Brille darunter tragen kann. Das war bei der Rift nur bedingt möglich. Bei der Rift S ist ganz locker Platz, aber zu meiner Überraschung benötige ich keine Brille unter der Rift S. (Ich habe aber auch nur -0.5 und -0.75 dioptrien.)

Auch bei der IPD (Pupillenabstand) ist mir aktuell nichts negatives aufgefallen. Bei der Rift habe ich den Regler meist auf 68mm – 70mm gestellt. Die Rift S ist hier fix auf 63.5mm eingestellt, was mich bisher nicht gestört hat.

Auch das Tracking ist sehr solide und bisher ohne Ausfälle daher gekommen. Netter Nebeneffekt ist nun natürlich das man keine externen Sensoren mehr an der Wand/unter der Decke hat und sich dadurch Kabel und USB Anschlüsse einspart. Man muss also nur 2 Stecker am Ende von einem Kabel am PC einstecken und kann loslegen. Hier gilt es nur zu beachten das man nun einen Displayport benötigt anstatt wie bisher HDMI.

Beim Tragekomfort schlägt die Rift S mit etwa 110g mehr zu, was aber durch das neue Haltesystem mehr als ausgeglichen wird. War es bei der Rift noch so dass die Brille von vorne auf das Gesicht gedrückt wurde, so ist es nun bei der Rift S eher von Stirn zu Hinterkopf. Durch den Drehverschluss am Hinterkopf lässt sich die Rift S sehr schnell justieren und schön festschnallen ohne das es auf Dauer unangenehm wird.

Bisher also nur positives bzw. nichts gravierendes. Das ändert sich aber beim Thema Sound/Audio. Die OnEar Lautsprecher der Rift hatten einen satten und klaren Klang. Die Rift S hingegen hat die Lautsprecher nun im Haltebügel integriert. Der Sound ist Ok und die Lautstärke ist vollkommen ausreichend. Bei tiefen Bässen kann es zu leichtem übersteuern kommen. Abhilfe schaffen hier eigenen Kopfhörer die per 3.5mm Klinkestecker direkt an der Brille angeschlossen werden können.

Im großen und ganzen würde ich sagen das sich ein Upgrade auf die Rift S durchaus lohnt. Man muss allerdings bedenken, das man 449€ für die Rift S hinlegen muss und aktuell zwischen 200-250€ für eine gebrauchte Rift (je nach Zubehör) bekommt. Man muss also ~200€ investieren!


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